Vögel vor rotblauem Himmel

Spiritualität ist mehr als Chakren und Chichi

Neben mir liegt eine Liste mit ca. 25 Themen, über die ich auf diesem Blog schreiben möchte. Stetig kommen Themen dazu. Eine schöne Sache eigentlich. Doch jetzt stehe ich vor einem Problem: Ich bin zwar Fachjournalistin, d.h. ich bin es gewohnt, Fakten zu verarbeiten und Thesen mit ebendiesen zu belegen. Nun gibt es aber Themen, die sich mit wissenschaftlichen Daten, mit Studien oder Forschungsergebnissen nicht belegen lassen.

Dennoch sind diese Themen Teil unseres Lebens und unserer Gesellschaft. Dazu gehört alles, was unter den Begriff „Spiritualität“ fällt. Spiritualität bedeutet im eigentlich Sinn „Geist“/“Geistigkeit“ (von mittellateinisch spiritualitas) oder „zur Luft/zum Atem gehörend“ (von lateinisch spiritualis). Gemeint ist eine „gelebte Verbindung zum Formlosen, Göttlichen, Transzendenten oder Unendlichkeit“ (Stangl, 2018) und kann auch eine Art Lebenspraxis darstellen.

Es geht auch ohne Chichi

Früher habe ich Spiritualität mit Esoterik gleichgesetzt – mit pendeln, Tarotkarten legen, Energiewasser trinken und mit Menschen, die markant nach Ökoprodukten riechen, Birkenstockschuhe tragen, immer alles wundervoll finden, täglich Bäume umarmen und alles über Chakren, Schamanismus und Energieblockaden wissen. Heute ist mir klar: Ohne Spiritualität funktioniert mein Leben nicht. Wohl aber ohne esoterisches Chichi. Ich besitze zwar Birkenstocks (weil ich diese mit 10 Jahren geschenkt bekommen und für praktisch befunden habe), versuche Plastikmüll zu vermeiden, beschäftige mich mit Energiemedizin, meditiere und bin gern im Wald, am Meer oder aufm Berg.

Auf der anderen Seite habe ich mich damals ganz bewusst für zwei solide Handwerksberufe entschieden (Fotografie ist unbestritten ein Handwerk, den Journalismus sehe ich selbst als Handwerk) , liebe wissenschaftliche Erkenntnisse und rede gern über das, was sich mit den gemeinen menschlichen Sinnen erfassen lässt.

Mehr zwischen Himmel und Erde

ABER ich habe auch über die Jahre festgestellt, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als ich mit meinem Verstand erfassen kann. Dass es in meinem Leben wenig bis keine Zufälle gibt und dass ich vom Leben zwar nicht immer das bekomme, was ich mir erhoffe, aber immer das, was ich brauche.

Und eben diesen und ähnlichen Themen möchte ich Raum geben auf diesem Blog. Ich werde mich bemühen, immer klar und deutlich zu formulieren, wann es um wissenschaftliche Erkenntnisse geht und wann um ganz persönliche Erfahrungen. Mir ist es wichtig, hier viele Bereiche zu thematisieren und euch die Möglichkeit zu geben, das für euch zu verwerten, was sich richtig anfühlt.

Wie auch schon in anderen Beiträgen erwähnt, halte ich es für unabdingbar, in allen Lebensbereichen ein eigenes Gefühl von richtig und falsch bzw. von passend und unpassend zu entwickeln und die eigene Intuition so weit zu schulen, dass man selbst erkennen kann, was einen weiterbringt und welcher Weg der richtige ist – ob das Tarotkarten, Engelbücher, Meditationstechniken oder ein Abo der Spektrum der Wissenschaft ist.

In diesem Sinne: Folgt eurem Herzen – aber nehmt euren Verstand mit.

Photocredit: Erik Kossakowski/Unsplash

Quelle: Stangl, W. (2018). Stichwort: ‚Spiritualität‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. http://lexikon.stangl.eu/16595/spiritualitaet/ (2018-10-19)

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