Läuft bei dir?

Das „Lebensrad“ zeigt dir, wo es im Leben hakt

Ich gebe zu, ich bin etwas einfach gestrickt. Ich muss Dinge visualisieren, sie aufmalen oder mir Notizen machen, um sie zu verstehen. Denken allein ist mir manchmal zu anstrengend. Wem das auch so geht, dem kann ich jetzt ein prima Werkzeug an die Hand geben, um ohne Gedankenverknoten zu ermitteln, in welchen Lebensbereichen es noch nicht rund läuft. Dieses sehr nützliche Coachingtool nennt sich „Wheel of life“ (Lebensrad).

So geht’s: Du malst einen großen Kreis auf und in diesen Kreis zeichnest du wie bei einem Kuchendiagramm einzelne Segmente mit Themen, die dir wichtig sind im Leben. Klassischerweise sind dies Gesundheit, Partnerschaft, Arbeit/Karriere, Freizeit, Freundschaften, Fitness, Finanzen und Selbstverwirklichung. Für viele Menschen mag auch Spiritualität ein großes Thema sein. Aber auch ganz andere Themen wie Reisen, Zeit zum Lesen, Beitrag zur Gesellschaft oder Lebensfreude können hier Platz finden.

In den großen Kreis werden einzelne, immer kleiner werdende Kreise gemalt, am besten so, dass es zehn Abstufungen von der Mitte bis zum Rand gibt. Hier findest du eine sehr gute Vorlage.

Nun malst du die einzelnen Stufen und Segmente so aus, wie sie deiner aktuellen Lebenslage entsprechen. Wenn du dich beispielsweise schon länger nicht ganz gesund fühlst, könntest du von der Mitte aus nur ein paar der Stufen des Segments „Gesundheit“ ausmalen. Wenn du in deiner Partnerschaft völlig erfüllt bist, kannst du das ganze Kuchenstück „Partnerschaft“ ausmalen. Hier findest du auch dazu ein Beispiel.

Wenn alles ausgefüllt ist, siehst du, wo das Lebensrad nicht ganz rund läuft bzw. wo Entwicklungsbedarf besteht. An diesem Punkt geht die eigentliche „Arbeit“ los. Wobei Arbeit zunächst erstmal nur Kopf- und Herzarbeit beschreibt. Dein persönliches ausgemaltes Rad kannst du nun nutzen, um in dich zu gehen und dich zu fragen, was in den einzelnen Bereichen zu deinem Glück fehlt. So kannst du dich zum Beispiel fragen, wie viel Geld du eigentlich wirklich zum Glücklichsein brauchst und wie du dich finanziell besser aufstellen kannst. Oder was deiner Beziehung gut tun würde. Wonach sehnst du dich? Möchtest du mal wieder Sport machen, dich gesünder ernähren oder geht es eigentlich so, wie es ist? Und was bedeuten dir Freundschaften? Wo kriselt es? Und welche Träume wolltest du schon immer verwirklichen?

Wichtig ist auch hier: Alles im Leben hat seinen Preis. Wenn du feststellst, dass du mit deiner Karriere eigentlich gar nicht glücklich bist und die Jobsituation gern optimieren möchtest, kannst du dich fragen: Für welchen Preis geschieht das? Welche der genannten Bereiche könnten unter einer Veränderung leiden? Kannst du damit leben?

Genauso ist das Rad eine gute Möglichkeit, dir dessen bewusst zu werden, was schon da ist, auch wenn es vielleicht nicht ganz perfekt ist. Aber das wichtigste ist: Es ist dein Rad, dein Leben und deine ganz eigene Freiheit, dieses Leben zu gestalten. ♥

Der Atem der Disziplin

Diejenigen, die schon mal meditiert haben (oder wie ich begeisterte Schwimmer sind), kennen das Problem: Da möchte man so gerne seine innere Mitte finden, einfach mal den Kopf abschalten und ganz im Hier und Jetzt ankommen.  Und dann das: Der kleine Affe im Kopf quasselt und quasselt. „Ich hätte heute netter zu der Kollegin sein müssen“, „Habe ich den Herd ausgemacht?“ „Mir ist langweilig“… brabbelt die Stimme im Kopf. Je stiller wir werden, desto lauter werden meist die Gedanken. Und was tun wir, wenn das Gedankenkreisen nicht aufhört? Wir fokussieren uns auf den Atem. Immer und immer wieder. Bis irgendwann die Gedanken leiser werden und wie ein Fluss an uns vorbeirauschen.

So ist es auch mit der Disziplin. Wie oft kasteien wir uns, wenn wir doch wieder zur Zigarette greifen, wenn wir doch wieder Schokolade essen oder es einfach nicht schaffen, regelmäßig Sport zu treiben? Schon oft habe ich mich gefragt, ob das wirklich so sein muss. Ob es nur die eine Chance gibt und wir uns selbst bestrafen sollten, wenn wir es wieder nicht geschafft haben. Bis mir aufgefallen ist, dass es sich mit der Disziplin wie mit dem Meditieren verhält. So wie wir bei der Meditation immer wieder zu unserem Atem zurückkommen, können wir auch mit allem verfahren, was uns wichtig ist: Wir kommen bei jeder Ablenkung, jeder Versuchung, jeder Flucht immer und immer wieder zu dem zurück, was uns wirklich am Herzen liegt. Wir haben doch wieder Süßes gegessen? Macht nichts! Dann versuchen wir es eben morgen nochmal ohne Zucker. Wir waren gestern nicht schwimmen, weil wir lieber mit den Kollegen noch ’n Bierchen trinken gegangen sind? Davon geht die Welt nicht unter! Alles halb so schlimm. Denn: Jeder Atemzug ist ein neues Leben und ein neuer Versuch.

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